Jahresrückblick 2018: PIXL VISN und die VFX-Branche

Die Weihnachtsdekorationen leuchten in den Straßen und die Weihnachtsmärkte laden zum leckeren Glühwein ein: Das Weihnachtsfest steht kurz bevor und das Jahr 2018 neigt sich langsam, aber sicher dem Ende. Damit ist es für uns an der Zeit, einmal (mit einem Glühwein in der Hand) auf dieses Jahr zurückzublicken. Dabei möchten wir aber den Fokus nicht ausschließlich auf PIXL VISN richten, sondern den Blick auch etwas auf die gesamte Visual Effects (VFX)-Branche lenken. Denn hier haben sich in diesem Jahr einige Veränderungen ergeben, die für die Zukunft dieser Branche in Deutschland gewisse Auswirkungen haben werden.

Globale Entwicklung der VFX-Branche ist positiv

Um zunächst einmal die Rahmenbedingungen dieser Branche zu beschreiben, muss man verstehen, dass uns visuelle Effekte heutzutage täglich und überall begegnen: Natürlich in Kinofilmen und im Fernsehen, genauso selbstverständlich auch in Videospielen. Aber inzwischen ist auch fast jede Form der Werbung animiert oder bearbeitet, außerdem findet man alle Formen der Animation auf Webseiten, in der Medizintechnik, bei Events oder in Museen. (Die Liste ließe sich übrigens endlos fortsetzen…) Das bringt schlussendlich zum Ausdruck, dass die Bedeutung der Visual Effects und 3D-Animationen in unserem Alltag immer größer wird. Und das heißt wiederum auch, dass diese Branche stetig wächst.

Im folgenden Video aus dem März 2018 gibt Florian Gellinger, Mitgründer des aufstrebenden deutschen VFX-Studios RISE FX, einmal einen interessanten Einblick in die Welt der Visual Effects im Filmbereich:

Bezogen auf die Animations- und VFX-Branche ging eine Studie von „Digital Vector" im Januar 2018 davon aus, dass im gesamten Jahr 2017 weltweit 254 Milliarden US-Dollar, also umgerechnet rund 224 Milliarden Euro, in dieser Branche umgesetzt worden sind. (Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden mit Büchern weltweit 122 Milliarden Euro umgesetzt, also nur gut die Hälfte.) Die Studie geht übrigens auch von einem jährlichen Umsatzwachstum in der globalen Animations- und VFX-Branche von etwa 2% aus, die positive Entwicklung wird hier also auch voranschreiten. Und schließlich steigen die weltweiten Umsätze an den Kinokassen seit Jahren weiter, ebenso sieht es bei den Videospielen aus.

Zunehmende Bedeutung der deutschen VFX-Branche

Die Frage ist nun natürlich, was das explizit hier für die deutsche VFX-Branche bedeutet. In diesem Jahr mussten wir erleben, dass mit Trixter ein deutsches VFX-Studio Insolvenz anmelden musste, obwohl dort Blockbuster wie „Black Panther“ oder „Spider Man: Homecoming“ mitentstanden sind. Letztlich wurde Trixter aber vom noch größeren britischen Studio Cinesite übernommen und arbeitet aktuell weiter an großen Filmen wie „Captain Marvel“. Der Markt ist – auch in Deutschland – relativ umkämpft, wie auch der VFX Producer Jonas Ulrich im Interview für unseren Blog bestätigte. Allerdings stellt Jonas dort ebenfalls klar, dass die Entwicklung grundsätzlich auch in Deutschland positiv verläuft. Und so ist das Beispiel von Trixter wohl eher der allgemeinen Marktbereinigung geschuldet, denn schließlich hat man dort nun als Teil eines der größten Studios der Welt ein ganz anderes Marktpotential.

Wie können die deutschen Studios sich also am Weltmarkt behaupten? Nun, die Visual Effects der größten und erfolgreichsten Filme, Serien und Videospiele entstehen auch in Deutschland. Denn es gibt die großen deutschen Studios wie PIXOMONDO (u.a. „Game of Thrones“, „Mary Poppins Returns“), RISE FX (u.a. „Ant-Man and the Wasp“, „Captain Marvel“) oder Mackevision (u.a. „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, „Game of Thrones“). Und weitere große Studios wie Stargate Studios oder ScanlineVFX haben deutsche Standorte. Zudem hat die Politik in Deutschland inzwischen die enorme Bedeutung der VFX-Branche erkannt. So wurde im März in den Koalitionsvertrag der Passus aufgenommen, dass „man eine umfassende Förderung audiovisueller Inhalte (Kino, Serien, High-End TV, VFX, Animation, Virtual Reality) einführen wird, um den Produktionsstandort Deutschland weiter zu stärken und eine Abwanderung deutscher Produktionen ins Ausland zu verhindern.“

Logo des Deutschen Filmförderfonds ©DFFF

Unterstützung aus der Politik

Das darf man definitiv als klares Bekenntnis zum VFX-Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb verstehen. Und die ersten Maßnahmen wurden in diesem Jahr bereits umgesetzt, denn am 15. Oktober trat eine neue Richtlinie des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) in Kraft, mit der die Eintrittsschwelle für Animationsfilme und animierte Filme in der Filmförderung erheblich gesenkt wurde. So ist es den deutschen Studios nun möglich, bis zu 45% der Produktionskosten als Förderung aus diesem Fonds zu erhalten und sich auf diese Weise gegenüber anderen Studios in Kanada oder Großbritannien – wo seit Jahren beträchtliche Förderungen bestehen – zu behaupten. Insgesamt werden die Perspektiven der VFX-Branche in Deutschland also immer besser, das ist auf jeden Fall eine gute Nachricht.

PIXL VISN in den TOP 10 der besten VFX-Schulen der Welt

Kommen wir zum Rückblick auf das PIXL VISN-Jahr: 2018 konnten wir einige wirklich großartige Erfolge feiern, allen voran natürlich unsere TOP 10-Platzierung im von der unabhängigen Branchenplattform „The Rookies“ erstellten Ranking der weltweit besten VFX-Schulen. Europaweit liegen wir sogar auf dem zweiten Platz, denn die ersten Plätze belegen private Schulen aus Vancouver und Los Angeles, die es bereits deutlich länger gibt und auch bedeutend höhere Ausbildungsgebühren verlangen. Das Besondere an der Plattform „The Rookies“ ist, dass hier in erster Linie das vorhandene Jobpotential der Schüler bewertet wird. Somit bedeutet eine gute Beurteilung der Schülerarbeiten bei „The Rookies“ auch eine hohe Jobwahrscheinlichkeit und das ist schließlich unser erklärtes Ziel.

Offizielles Zertifikat von "The Rookies" für PIXL VISN

Da sich das Schul-Ranking aus den Einzelbewertungen aller eingesendeten Schülerprojekte errechnet, wäre unsere tolle Platzierung ohne die herausragenden Arbeiten unserer Studenten und Absolventen natürlich nicht möglich gewesen. Erstmalig konnten wir mit Christian Otten und Christian Wachter zwei Finalisten um den Titel des „Rookie of the Year Award 2018“ verzeichnen. Sie wurden von der renommierten Fachjury aus insgesamt 646 Bewerbern aus aller Welt für den Kreis der 35 Finalisten ausgewählt. Am Ende hat es für unsere beiden Schützlinge leider nicht ganz gereicht, aber es war auch so bereits ein großartiger Erfolg für die Beiden. Einer unserer Absolventen konnte aber auch einen Titel gewinnen: Marcel Pichert sicherte sich den Publikumspreis in der Kategorie „Film of the Year - Visual Effects“. Darüber hinaus wurden aber auch noch viele weitere unserer Studenten und Absolventen mit „Excellence Awards“ ausgezeichnet: Am Ende standen ganze 37 Auszeichnungen für herausragende Einzelprojekte zu Buche!

Zwei PIXL VISN-Absolventen gehen direkt nach der Ausbildung nach Kanada

Wo wir gerade schon bei unserem Absolventen und Rookies-Finalisten Christian Wachter sind: Christian schloss seine Ausbildung bei PIXL VISN im Januar 2018 mit einem Level A Diploma ab, genauso wie sein Klassenkamerad Leon Berlis. Die Beiden vereint aber auch noch eine weitere außergewöhnliche Gemeinsamkeit, denn beide sind nach ihrem PIXL VISN-Abschluss direkt in das kanadische Montreal zu MPC, einem der weltweit größten Studios für Visual Effects, gegangen. Nun sind sie dort als Lighting Artists angestellt und arbeiten an bedeutenden Produktionen wie „Godzilla: King of the Monsters“ (Leon) oder dem Disney-Film „Der Nussknacker und die vier Reiche“ (Christian). Wir hatten im Mai übrigens die Gelegenheit, mit Leon ein kleines Interview für unseren Blog zu führen. Darin sprach er über seine ersten Erfahrungen in Kanada und das Ameisen-Projekt aus seinem persönlichen Demo Reel.

Christian Wachter (vorne) und Leon Berlis (dahinter) bei PIXL VISN

VES Award-Nominierung für PIXL VISN-Absolvent

Ein anderer Absolvent von uns sorgte in diesem Jahr mit seiner ersten Award-Nominierung für Aufsehen: Philipp Winterstein wurde im Februar mit seinem Team für die Arbeit an der Szene „Drogon Meets Jon“ aus der „Game of Thrones“-Episode „Eastwatch“ für den renommierten VES Award in der Kategorie "Outstanding Animated Character in an Episode or Real-Time Project" nominiert. Der Preis wird jährlich in Los Angeles von der Visual Effects Society (VES) für die weltweit besten Leistungen im VFX-Bereich vergeben. Und obwohl am Ende eine andere Szene aus "Game of Thrones" den Award gewinnen konnte, war allein die Nominierung schon eine riesengroße Ehre für Philipp. Er arbeitet als Animator in Frankfurt bei PIXOMONDO und kümmert sich in erster Linie um die Drachenanimationen der Erfolgsserie „Game of Thrones“. Dort ist er im Team von Lead Animator Jonathan „Jono“ Symmonds, der auch das Fach Animation bei PIXL VISN unterrichtet. Jono und Philipp waren übrigens im September zu Besuch bei uns in Köln und zeigten unseren Studenten eine ganz besondere Präsentation, in der es natürlich vor allem um die Drachen aus „Game of Thrones“ ging.

GameofThrones
Für den VES Award nominierte Szene aus "Game of Thrones"

Weihnachtspause bei PIXL VISN

Wie Ihr seht, war es ein ereignisreiches Jahr für uns. In einigen Tagen wird bei uns im MediaPark aber eine etwas längere Ruhe einkehren, denn unsere Studenten haben nur noch bis zum Freitag Unterricht. Dann wird es für alle ausnahmsweise eine zweiwöchige Pause geben, bevor es im neuen Jahr am 7. Januar weiter geht. Eine Ausnahme ist es deshalb, weil zwischen den dreimonatigen Terms normalerweise jeweils nur eine einzige Woche Pause liegt: Bei PIXL VISN gibt es eben keine langen Ferienzeiten, wie man sie normalerweise kennt – Es handelt sich nun einmal um eine kompakte 15-monatige Vollzeit-Intensivausbildung.

Wir sind dann im neuen Jahr ab dem 7. Januar wieder für Euch da. Unseren Studenten, Absolventen, Dozenten und Mitarbeitern wünschen wir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Euer PIXL VISN Team

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